Binaurale Beats

Speziell programmierte Töne wie Musik sollen gestressten Menschen zur Beruhigung verhelfen

Wie binaurale Beats das Gehirn beruhigen

Vor Jahrzehnten entdeckten Wissenschaftler einen überraschenden Effekt von Schallwellen unterhalb von etwa 1500 Hertz (Hz). Werden dem rechten und dem linken Ohr gleichzeitig leicht unterschiedliche Töne angeboten, entsteht ein neues akustisches Signal. Man nimmt nun einen pulsierenden Einzelton wahr, dessen Lautstärkemodulation genau der Differenz der beiden Tonfrequenzen entspricht.

Ein Beispiel: Am linken Ohr ist der Kammerton A mit 440 Hz hörbar und am rechten Ohr ein leicht erhöhter Ton mit 450 Hz. Subjektiv wird nun ein einzelnes Signal mit 445 Hz wahrgenommen, das mit einer Frequenz von 10 Hz pulsiert und vermutlich im Hirnstamm erzeugt wird. Ausschlaggebend für die therapeutische Wirkung des sogenannten binauralen Effekts ist die deutlich wahrnehmbare Vibration („Beat“), denn auf diese Weise wird das Gehirn dazu angeregt, der vorgegebenen Taktfrequenz zu folgen. Denn auch die elektrischen Impulse des Gehirns vibrieren – mit Frequenzen von über 30 Hz (hellwach) bis 0,1 Hz (tiefer Schlaf). Und genau hier kann die erhöhte Gehirnaktivität durch eine allmähliche Absenkung der akustischen Signalfrequenz gezielt beruhigt werden.